Heimspieltag in Plaidt – besser konnte der Rahmen an diesem Sonntag kaum sein. In der gut gefüllten IGS-Halle setzte die zweite Herrenmannschaft der HSV Rhein-Nette mit einem 27:25 (15:13) gegen die HSG Horchheim/Lahnstein das sportliche Ausrufezeichen des Tages.
Der Start verlief wie gemalt: Raoul Gärtner und Max Rumpf stellten früh auf 3:0, die Abwehr arbeitete stabil, und die Gastgeber zeigten klar, dass die Punkte in Plaidt bleiben sollten. Doch diese Phase hielt nicht lange. Horchheim/Lahnstein fand besser ins Spiel und drehte die Partie zum 5:8.
Und hier zeigte sich das eigentliche Problem des Tages: Die HSV Rhein-Nette II hätte sich nur selbst schlagen können. Viele technische Fehler im Angriff, ungenaue Anspiele und Pech im Abschluss ließen die Gäste immer wieder zurückkommen – und mehrfach in Führung gehen.
Die Auszeit Mitte der ersten Halbzeit brachte zumindest kurz Stabilität. Über starke Einzelaktionen von Jan-Michael Schwarz, Raoul Gärtner und Sebastian Hauröder kämpfte sich die HSV zurück und ging sogar mit 15:12 in Front, bevor es beim 15:13 in die Kabine ging.
Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie völlig offen. Die HSV zog zunächst auf 18:15 davon, verpasste aber erneut den Moment, die Führung auszubauen. Vor allem von der Linie wurde es dramatisch – allerdings nicht für die Gastgeber, sondern für die Gäste:
Schlussmann Dominik Möhring parierte beeindruckende 5 von 12 Siebenmetern und hielt damit seine Mannschaft im Spiel. Ohne diese Quote wäre die Begegnung spätestens in der Mitte der zweiten Halbzeit gekippt.
In der Schlussphase entwickelte sich der erwartete Krimi. Beim 24:24 war alles wieder offen, doch die Zweite zeigte Moral und Kampfgeist.
Dann kam die Szene des Spiels:
59:35 Minuten – die HSV in Unterzahl, Horchheim/Lahnstein im Angriff, ein Tor Führung für Rhein-Nette.
Die Gäste haben die große Chance zum Ausgleich, doch Möhring bleibt erneut stark, pariert den entscheidenden Wurf, der Abpraller springt vor die Füße von Thomas Schulz, der die Situation erkennt und den Ball ins leere Tor zum 27:25 versenkt. Die Halle explodiert – die Entscheidung!
Am Ende steht ein verdienter, aber hart erarbeiteter Heimsieg – getragen von Moral, Nervenstärke und einem überragenden Schlussmann. Die Erkenntnis des Tages ist klar: Weniger technische Fehler, mehr Konsequenz im Angriff, und solche Spiele müssen nicht bis zur letzten Sekunde offen bleiben.
Für die HSV Rhein-Nette II spielten:
Andreas Weinschneider (1), Sebastian Hauröder (4), Raoul Gärtner (7/1), Peter Bieg (2), Kai Bonaffini, Franz Bieg (5), Sebastian Bolz (1), Max Rumpf (3), Jan-Michael Schwarz (2), Johannes Bieg, Dominik Möhring, Christoph Hoppe, Thomas Schulz (2) sowie Emil Haferkorn, Wolfgang Thelen und Tobias Montebaur auf der Bank.
